07.07.08
Alltagstrott
Das war kein gutes Wochenende. Samstag war ok, gestern allerdings fühlte ich mich wie total abgestürzt. Zurück in dem Hamsterrad, aus dem ich doch längst ausgebrochen sein sollte. Da war diese Lustlosigkeit, eine verpasste Chance und das Festhalten an alten Gewohnheiten, von denen ich doch weiß, dass sie mir nicht guttun.
Hier fehlt etwas, ich kanns nur nicht benennen. In der Kur war alles prima, zu Hause bin ich auf mich selbst gestellt und Eigenverantwortung ist nicht immer leicht. Ich möchte nichts Falsches sagen oder jemanden kritisieren, aber hier fehlt mir der direkte Kontakt zu Menschen, die mir wirklich am Herzen liegen (daran bin ich ja nicht ganz unschuldig…). Die Klinik war sowas wie eine WG. Tagsüber erledigt jeder seine Aufgaben, dreimal täglich trifft man sich beim Essen und abends wird noch was unternommen. Das habe ich hier nicht, also sind die guten Vorsätze schnell vergessen. Das schlechte Gewissen meldet sich erst später.
Es nagt an mir. Ich vermisse meine Leute “aus’m Ländle”. Ich frage mich selbst, weshalb mir die Normalität manchmal so schwer fällt. Alle anderen können das doch auch. Etwas muss sich ändern, etwas wird sich ändern. Heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens und bevor ich mich wieder kaputtmache, fange ich lieber damit an.
sushey sagte,
7. Juli 2008 um 19:33
naja, was ist denn schon “normal”?
wichtig ist doch, dass du mit deinem leben, so wie du es lebst, klarkommst.
wenn du dann feststellst, dass du mit einer situation nicht zufrieden bist – und sogar vermutest, warum – dann hast du doch schon einen wichtigen schritt getan.
alle anderen schritte kommen danach, stück für stück – besenstrich für besenstrich – wie beppo aus momo so schön sagt.
das war während der kur natürlich leichter, weil du dort eine isolierte situation hattest – ihr wart alle in einem boot, sozusagen.
wenn ich im sommer zwei wochen lang kinder bespaße, dann habe ich auch immer eine ganz andere energie und motivation als gestern z.b., wo ich mich selber verflucht habe dafür, dass ich eben die eine geschichte, die schon seit ewigkeiten schreiben wollte, noch immer nicht geschrieben habe, sondern nur herumgegammelt habe.
solche tage gibt es.
jede/r hat seinen/ihren rucksack zu tragen, und manchmal hilft es mir, nicht auf den weg zu schauen, den ich noch zu gehen habe, sondern mir bewusst zu machen, wie weit ich schon gekommen bin.
und dann, schritt für schritt, besenstrich für besenstrich, den weg weiterzugehen.
sushey sagte,
7. Juli 2008 um 19:51
p.S.: klicks du
djdeutschland sagte,
8. Juli 2008 um 13:35
“Du mußt Dein ganzes Denken unendlich erweitern,
dann kannst Du die Prinzessin die nie lacht erheitern…”!
“…das Gespenst, das vor Dir herläuft, ist schöner als Du,
warum gibst Du ihm nicht Deine Haut und Deine Knochen”?
(geklaut und gemixt von Djd)
PS.
War dieses Wochenende ganz in Deiner Nähe, hätte ich nur
‘was gesagt und vielleicht ‘ne Buttermilch mit Dir zusammen getrunken…
Gruß
Dein Dj
Xandriah sagte,
8. Juli 2008 um 14:24
@ sushey: Danke für deine Worte. Du hast natürlich recht und das weiß ich eigentlich auch. Deshalb schaue ich besser nicht zurück, sondern packe meinen Rucksack und mache mich auf den Weg, der noch vor mir liegt.
@ djd: Danke auch dir. Vor allem das zweite Zitat hat was, was mich zum Nachdenken anregt.
PS: Hättest du nur mal was gesagt, dann hätte ich zwei Becher Buttermilch kaltgestellt und wäre dem Trott entflohen
djdeutschland sagte,
8. Juli 2008 um 15:12
‘Für tausend bittere Stunden sich trösten,
mit einer Einzigen, die schön ist.’
Buttermilch mein’ ich natürlich…
Xandriah sagte,
8. Juli 2008 um 19:22
Die soll ja schön machen. Die Buttermilch mein ich
djdeutschland sagte,
10. Juli 2008 um 13:43
Wunderschön.
schoko-bella sagte,
11. Juli 2008 um 11:41
das kenne ich und denke, du bist schon den ersten schritt gegangen, auf der neuen abzweigung des lebens. ändere was dir missfällt, pflege was dir guttut und lass dich nicht von unwesentlichem ablenken. es ist dein leben, nur du bestimmst tempo, inhalt und qualität.
fühl dich gedrückt. grüße aus dem ländle.
Xandriah sagte,
11. Juli 2008 um 14:50
Danke für deine aufbauenden Worte, Schoki. Tut richtig gut